Glocke Liesl im Glockenturm am Schlossberg in Graz
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Schlossberg inside, Graz

Wer Graz besucht, kommt auch auf den Schlossberg. Die EinwohnerInnen kennen ihn sowieso. Damit wäre er eigentlich kein lohnenswertes Ziel für Verborgene Steiermark. Wer kann allerdings schon behaupten, das Innenleben der zwei markanten Türme auf dem Schlossberg zu kennen? Wohl wenige. Gerade deshalb lohnt sich ein Blick hinein in den Glocken- und den Uhrturm!

Glockenturm

Fälschlicherweise oft selbst als „Liesl“ bezeichnet, reckt sich der Glockenturm seit 1588 fast an der Spitze des Schlossberges 34 Meter in die Höhe. Erzherzog Karl II. hat den Auftrag zum Bau des achteckigen „Kampanile“ gegeben. Ob der Turm tatsächlich betuchtere Gefangene beherbergt hat, ist heute umstritten. Als die Truppen Napoleons 1809 die Schlossberg-Festung sprengten, kauften die GrazerInnen den Glockenturm jedenfalls frei. Daher können wir uns auch heute noch an seiner Renaissance-Pracht erfreuen.

Der wahre Schatz findet sich allerdings im Inneren – verborgen vor den Blicken der zahlreichen Schlossberg-BesucherInnen. Aber zumindest dreimal am Tag noch deutlich hörbar: die mehr als 4,5 Tonnen schwere Glocke „Liesl“, die drittgrößte der Steiermark. Sie läutet heute um 7 Uhr, 12 Uhr und 19 Uhr genau 101 Schläge lang – der Legende nach, weil sie aus 101 Kanonenkugeln der Türken gegossen wurde. Eine Mähr, waren die Kanonenkugeln zu der Zeit doch vorwiegend aus Stein, die Glocke hingegen ist aus Bronze.

Um das Ungetüm am – teilweise noch originalen – Gebälk des Turmes befestigen zu können, wurde sie bereits vor dem Bau vom sächsischen Meistergieser Martin Hilger gegossen und während des Baus Stockwerk für Stockwerk mit hoch gezogen. Alle paar Jahre wird die Glocke gedreht, damit der Klöppel die Glockenwand nicht irgendwann durchschlägt.

Uhrturm

Er ist das weithin sichtbare Wahrzeichen der Stadt Graz und thront erhaben über der Innenstadt – der mit 28 Metern deutlich kleinere Uhrturm. Die gen alle Himmelsrichtungen zeigenden Ziffernblätter messen fünf Meter im Durchmesser und sind daher auch noch in weiter entfernten Bezirken zu sehen. Im Zuge des Kulturhauptstadt-Jahres 2003 erhielt er einen Schatten-Zwilling, der heute einen Kreisverkehr in der Nachbargemeinde Seiersberg ziert.

Dass die Zeiger der Uhr vertauscht sind (der kleine zeigt die Minuten, der große die Stunden an), ist wohl den meisten GrazerInnen bekannt. Nur wenige wissen jedoch, welch eine technische Meisterleistung das Uhrwerk im Inneren darstellt – immerhin auch schon mehr als 300 Jahre alt und von Michael Sylvester Funck geschaffen.

Es ist unglaublich spannend zuzusehen, was alles in Bewegung gesetzt werden muss, um die vier Minutenzeiger auch nur eine Sechzigsteldrehung weiter zu schieben oder die zwei noch verbliebenen Glocken am Uhrturm anzustoßen. Ein wahres Technikdenkmal, das hier im Inneren des Wahrzeichens noch immer für die Anzeige der korrekten Zeit für die BewohnerInnen von Graz sorgt!

Wo befinden sich Glockenturm und Uhrturm in Graz?

Beide Türme befinden sich auf dem Grazer Schlossberg – der Glockenturm direkt neben den Kasematten und unmittelbar bei der Bergstation der Schlossbergbahn, der Uhrturm am südlichen Ausläufer der Festung mit direktem Blick auf den Grazer Hauptplatz.

Wie kommt man am besten dahin?

Der Schlossberg ist fußläufig von vielen Seiten aus begehbar – besonders schön über die Schlossbergtreppe in der Sackstraße, die direkt beim Uhrturm endet. Wer lieber auf technische Unterstützung beim Aufstieg setzt, kann zwischen Schlossbergbahn und Lift wählen.

Wie kann man die Liesl im Glockenturm und das Uhrwerk im Uhrturm besichtigen?

Die Türen von Glockenturm und Uhrturm öffnen sich nur im Rahmen von geführten Touren, wie sie beispielsweise von Discover Graz angeboten werden. Die Schlossberg-Tour findet alle paar Wochen statt (Online Anmeldung erforderlich) und ist kostenlos – natürlich freuen sich die Guides über ein kleines Trinkgeld! Im Rahmen der Tour hört man auch Spannendes über die Kasematten oder den Türkenbrunnen.

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