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Vampire auf Schloss Hainfeld, Leitersdorf im Raabtal

Dieses Ziel nahe der Bezirkshauptstadt Feldbach ist zwar eher unscheinbar, wartet dafür aber mit einer beinahe unglaublichen Geschichte auf: 1836 weilte der britische Seemann und Reisende Basil Hall während einer Forschungsreise für einige Monate auf Schloss Hainfeld in Leitersdorf bei Feldbach. In seinem anschließend veröffentlichten Reisebericht „Ein Winter in Steiermark“ beschrieb er die Steirer wenig schmeichelhaft als „rückständig und dem Aberglauben im höchsten Maße zugetan“, die Steiermark selbst als „trostlos und finster“. Dieser Reisebericht wiederum inspirierte Jahrzehnte später den ebenfalls britischen Schriftsteller Joseph Sheridan Le Fanu zu seiner Novelle „Carmilla“, in der ein weiblicher Vampir just auf Schloss Hainfeld der dort ansässigen Grafentochter langsam die Lebensenergie aussaugt. Carmilla gilt als eine der ersten Vampirgeschichten überhaupt, die im viktorianischen England Ende des 19. Jahrhunderts äußerst populär wurden.

Dracula in der Oststeiermark

Auch Abraham „Bram“ Stoker, ein irischer Zeit- und Schriftstellergenosse Le Fanus, erlag dem Vampir-Hype. Er entwarf das Grundgerüst für seinen weltbekannten Roman „Dracula“ auf Basis der Carmilla-Novelle Le Fanus. Handschriftliche Aufzeichnungen belegen, dass Bram Stoker’s Dracula ursprünglich in der finsteren Steiermark angesiedelt war! Angesichts der 1854 eröffneten Ghega-Eisenbahnstrecke über den Semmering kamen allerdings erste Zweifel an der „Rückständigkeit“ der Steiermark auf, stellte diese doch eine direkte Verkehrsverbindung in die Hauptstadt Wien dar. 1890 traf Stoker dann auch noch auf den ungarischen Professor Arminius Vámbéry, auf dessen Empfehlung hin er die Handlung nach Rumänien verlegte und seine Vampir-Figur in Anlehnung an den rumänischen Fürsten Vlad III. Draculea, den „Pfähler“ formte.

Der Rest ist Geschichte. Hätte es diese Begegnung nicht gegeben, würden heute Millionen Touristen auf Schloss Hainfeld pilgern, um auf die Spuren des Vampirs zu gehen. Und nicht auf Schloss Bran in Transsilvanien, das als „Dracula“-Burg gilt, obwohl es nur geringe Ähnlichkeit mit jener Burg hat, die Stoker in seinem Roman beschreibt. Was wäre wohl aus der Oststeiermark geworden, hätte Stoker seine Handlung nicht im letzten Augenblick verlegt?

Schloss Hainfeld

Das 1275 erstmals erwähnte Schloss Hainfeld ist übrigens das größte Wasserschloss der Steiermark. Im Inneren gibt es ein chinesisches Zimmer mit Papierbildern, ein Kabinett mit niederländischen Fayenceplatten, Rokokoöfen sowie Stuckdecken aus dem 17. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert verfasste der damalige Schlossherr Joseph von Hammer-Purgstall dort sein Werk „Die Gallerin auf der Riegersburg“. Besichtigen kann man es leider nicht, das Schloss ist im Privatbesitz, somit nicht zugänglich und leider dem Verfall preisgegeben.

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Anreise

Mit dem Auto:

Navi-Adresse: Leitersdorf im Raabtal 1, 8330 Leitersdorf im Raabtal

Nächster E-Ladepunkt: Gleichenberger Straße 54, 8330 Feldbach (22kW, 2,3 km entfernt)

Öffentlich:

Buslinie 488 ab Feldbach Richtung Fürstenfeld, Haltestelle Leitersdorf Abzw Ort

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