Graz und Graz-Umgebung
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Hitlerfenster Stadtpfarrkirche, Graz
Ein Bild von Hitler in einer Kirche? Das ist an sich schon recht undenkbar. Noch dazu, wenn sich zum größten Massenmörder aller Zeiten auch noch der nicht weniger umstrittene Diktator Mussolini gesellt. Und doch kann man die beiden auf einem Kirchenfenster in der Stadtpfarrkirche in Graz bestaunen. Keine Verherrlichung Die Darstellung ist allerdings keinesfalls als Verherrlichung faschistischer Ideologien zu verstehen. Der Schöpfer des Bildes, der gebürtige Berliner Albert Birkle (1900 – 1986), wurde selbst von der Naziherrschaft zum „entarteten Künstler“ erklärt und mit einem Ausstellungsverbot belegt. Als er 1950 – inzwischen selbst österreichischer Staatsbürger – den Auftrag erhielt, die im Zweiten Weltkrieg zerstörten Fenster der Stadtpfarrkirche zu erneuern, hatte er…
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Jungfernsprung, Graz
Wer sich Graz aus nördlicher Richtung nähert, den grüßt als erstes die Burgruine Gösting direkt über der Nordeinfahrt des Plabutschtunnels. Sie ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Weniger bekannt ist die tragische Geschichte eines Felsvorsprungs nur 130 Meter entfernt von der Burg, dem Jungfernsprung. Tragische Liebesgeschichte Zu seinem Namen soll der Jungfernsprung einer allerdings historisch angezweifelten Sage nach gekommen sein, wonach sich die Tochter des Burgherrn Wulfing im 13. Jahrhundert von ebendiesem Felssprung gestürzt haben soll, nachdem ihr Geliebter in einem Schwertkampf gegen seinen Rivalen unterlag. An dieses Ereignis erinnert ein Metallkreuz westlich der Aussichtsplattform. Zu jener Zeit soll die Mur direkt unter dem Felsen verlaufen sein, während sie…
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Talstation Sessellift Plabutsch, Graz
UPDATE! Die Talstation musste einer Wohnsiedlung weichen und wurde leider Anfang 2026 abgerissen! Auf dem Plabutsch – Grazer Hausberg im Nordwesten der Stadt – befindet sich eine erst kürzlich revitalisierte Aussichtsplattform („Fürstenstand“) und ein empfehlenswertes Restaurant. Wer nicht mit dem Auto anreisen möchte, muss sich allerdings zu Fuß durch den Wald kämpfen. Das war nicht immer so. Sesselbahn zur Jause Zwischen 1954 und 1971 konnte man gemütlich mit einem Sessellift den Gipfel erklimmen. Bis zu seiner Stilllegung sind mehr als eine Million Fahrgäste über die Baumwipfel empor- oder hinabgeschwebt. 1956 ereignete sich allerdings ein folgenschwerer Unfall, bei dem Fahrgäste aus ihren Sitzen geschleudert wurden und ein toter Fahrgast zu beklagen…
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Jakobsleiter Graz
Über die Sehenswürdigkeiten in der steirischen Landeshauptstadt Graz wurden zahlreiche Bücher und Internetbeiträge geschrieben. In keinem jedoch findet sich ein besonderes Kleinod im Bezirk Andritz, das jedoch unbedingt „begangen“ werden sollte – die Jakobsleiter. 400 Stufen Diese im Jahr 1902 errichtete und 1924 sanierte Steintreppe überwindet die Höhenmeter zwischen dem Weg zum und dem weitläufigen Plateau des Reinerkogels, auf dem sich einst sogar eine Gastwirtschaft befand. 400 Stufen unterschiedlichster Höhe sind zu bewältigen, was eine ordentliche Anstrengung bedeutet. Dafür wird man immer wieder mit herrlichen Ausblicken über den Bezirk Andritz bis nach Eggenberg und Gösting belohnt. Stufenlauf Jedes Jahr im Mai findet auf der Jakobsleiter ein Stiegenlauf statt (treppauf selbstverständlich).…
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Wasserfall Peggau
Bekannt ist die kleine Gemeinde Peggau nördlich von Graz vor allem für einen der Zugänge zur berühmten Tropfsteinhöhle „Lurgrotte“. Das verschlafene Nest hat darüber hinaus aber einige versteckte Schmankerln und Geschichtliches zu bieten, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Dazu gehören neben einer sehenswerten Burgruine, den zahlreichen Höhlen und einer Gedenkstätte für Opfer eines KZ Außenlagers auch ein überraschend imposanten Wasserfall. Märchenweg Der Wasserfall ist Teil des Peggauer Märchenwegs, der bei der Lurgrotte startet und – den Wasserfall passierend – unterhalb des Burgbergs der Ruine entlangführt. Der Weg ist 7,4 km lang, beschildert und führt durch Wälder und über Forststraßen. Sommer und Winter Im Sommer schießt das Wasser des…
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KZ Außenlager Peggau
Bekannt ist die kleine Gemeinde Peggau nördlich von Graz vor allem für einen der Zugänge zur berühmten Tropfsteinhöhle „Lurgrotte“. Das verschlafene Nest hat darüber hinaus aber einige versteckte Schmankerln und Geschichtliches zu bieten, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Dazu gehören neben einer sehenswerten Burgruine, den zahlreichen Höhlen und einem versteckten Wasserfall auch eine Gedenkstätte – befand sich doch auf einer Lichtung im süd-östlichen Bereich der Gemeinde im Ortsteil Hinterberg ein Außenlager des KZ Mauthausen. 98 Opfer Obwohl das Nebenlager in Peggau nur von 1944 bis 1945 betrieben wurde, fanden 98 Häftlinge – vorwiegend aus der Sowjetunion und aus Polen – hier den Tod. Zum Großteil sind sie direkt…
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Österreich, Hitzendorf
„Wo wohnen Sie denn?“ „In Österreich!“ „Ja wo dort genau?“ „In Österreich!“ So oder so ähnlich könnte eine Konversation der BewohnerInnen jener Gehöfte südwestlich von Hitzendorf aussehen, die sich tatsächlich an der Adresse „Österreich“ befinden. Sackgasse Der kleine Weiler „Österreich“ befindet sich auf einer kleinen Anhöhe, die sich zwischen dem Schüttingbach und einem weiteren Bach befindet, der bei der Einfahrt in den Schüttingbach mündet. Ganze vier Höfe können auf diese besondere Adresse verweisen. Wer hinaufwill, muss auch auf gleichem Wege wieder hinunter. Begrüßt wird man mit einem schönen hölzernen Bildstock. Weitere spannende Plätze in Graz-Umgebung findest du hier! Anreise Mit dem Auto: Navi-Adresse: 8151 Österreich, Berndorf/Hitzendorf, beim Simandlhof rechts Nächster…
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Buchhaus, Geistthal
Im Ortsteil Rein der Großgemeinde Gratwein-Straßengel befindet sich mit dem Stift Rein das älteste Zisterzienserstift der Welt. Im Mittelalter wurde den Klöstern zumeist auch die Gerichtsbarkeit übertragen. So auch dem Stift Rein, das im sogenannten „Buchhaus“ in Geistthal nordwestlich des Stiftes ein Verwaltungs- und Gerichtsgebäude unterhielt. Amtshaus der Reiner Mönche Das imposante Gebäude im Ortskern hat seine heutige Form bereits im Mittelalter erhalten (1538/39) und beherbert mit der „Keichn“ ein eigenes Gefängnis, in dem bei den Hexenprozessen zwischen 1686 und 1688 mehr als 20 Personen auf ihre Hinrichtung warteten. Zwei Marmorsäulen im Stiegenhaus sollen sogar aus der Römerzeit stammen. Bis vor kurzem ragten aus dem Fenster im Obergeschoss noch zwei…
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Kunstzug, Gratwein-Straßengel
In Gratwein-Straßengel – Ortsteil Gratwein – gibt es einen Bahnhof. So weit, so unspektakulär. Nur wenige Meter davon entfernt steht allerdings ein Gebilde, das zwar mit dem Bahnhof irgendwie zu tun hat, aber eine völlig andere Funktion erfüllt. Kunstzug Der exzentrische Künstler Othmar Krenn, 1952 in Gratwein geboren, hat seinem Heimatort einen Kunstzug hinterlassen, nachdem dieser 1992 im Rahmen des Projektes „Arche“ zwischen Wien und Budapest verkehren sollte. 2009 fand der ungewöhnliche Waggon – ein 13 Meter langer Stahlrasterkäfig, in dem sich Gesteinsfindlinge befinden – in Gratwein einen würdigen Dauerplatz. Othmar Krenn Othmar Krenn war Aktionskünstler, Maler, Bildhauer und Grafiker, der für das Stift Rein gearbeitet hatte und in seinem…
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Burgruinen und Wilder-Mann-Höhle, Wildon
Der Sage nach hauste auf dem Wildoner Berg südlich von Graz ein wilder Riese, der die BewohnerInnen am Fuße des Berges in Angst und Schrecken versetzte. Erst ein mutiges Wirtstöchterlein konnte den Störenfried außer Gefecht setzen, indem es ihn mit einer Stricknadel an der Schläfe verwundete. An diese Sage erinnert eine weiträumige Höhle, die sich auf dem Wildoner Schlossberg unterhalb der Burgruinen befindet. Ja, richtig gelesen, die Herren von Wildon, die die ältere Burg bereits im 12. Jahrhundert erbauen ließen, leisteten sich gleich zwei Burgen im Abstand von nur etwa 150 Metern. Diese befinden sich auf dem Schlossberg-Plateau jeweils links bzw. rechts des Waldweges. Die ältere (Burgruine Alt-Wildon) zeichnet sich…






















